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Basilika von Vicoforte
Erkundung der größten, elliptischen Kuppel der Welt

Die kleine Gemeinde Vicoforte, in der Provinz Cuneo, im Süden des Piemont, zählt knapp über 3000 Einwohner und beherbergt einen wichtigen Wallfahrtsort für Gläubige aus aller Welt:

Die Wallfahrtsbasilika Regina Montis Regalis, auch als Basilika von Vicoforte oder Santuario di Vicoforte bekannt.

Die Basilika von Vicoforte ist berühmt für ihre atemberaubende Kuppel, die zu den größten der Welt gehört. Unabhängig von religiöser Überzeugung ist dieser Wallfahrtsort, ein beeindruckendes architektonisches Meisterwerk unbedingt Besuch wert.

Herausragend ist die Möglichkeit, die wunderschöne Kuppel nicht nur vom Boden aus bewundern zu können, mit einer Führung kann man sogar bis zur Spitze des Heiligtums aufsteigen und die wunderschönen Fresken aus nächster Nähe bewundern.

Ich habe die Basilika im Winter besucht und konnte nicht ganz bis zur Spitze aufsteigen, da wir zu viel Schnee hatten. Aber ich war auf halber Höhe und war schon total beeindruckt.

Hier findest Du alle Informationen für Deinen Besuch der absolut sehenswerten Basilika von Vicoforte.

Geschichte der Basilika von Vicoforte

Im Jahr 1592 begann die Geschichte der Wallfahrtskirche, deren Legende etwa fünfzig Jahre früher entstand. Zu dieser Zeit stand im Vico-Tal, etwas weiter südlich des heutigen Heiligtums, eine kleine Backsteinsäule Marias.

Legende: Der Legende nach verirrte sich der Schuss eines Jägers in den kleinen Marienschrein. Aus dem entstandenen Einschussloch sickerte angeblich Blut und die Menschen begannen dieses „Wunder“ zu bestaunen. Das Loch ist noch heute gut auf dem Bildnis sichtbar.

Fresko der Maria, Mittelpunkt der Basilika von Vicoforte
Fresko der Maria, Mittelpunkt der Basilika von Vicoforte –
Das Einschussloch ist recht gut sichtbar im roten Kleid von Maria

Auf Initiative des Pfarrers Cesare Trombetta wurde nach einer Pestepidemie im Jahr 1594 zunächst eine Kapelle um das Madonna-Bildnis errichtet, die später zu einer größeren Kirche ausgebaut wurde.

Die Verehrung des Ortes breitete sich schnell aus, als immer mehr Nachrichten über weitere Wunder die Runde machten. Pilger aus Ligurien und Südfrankreich reisten an, um den heiligen Ort zu besuchen.

Der Herzog Carlo Emanuele I erkannte die Bedeutung des neuen Zentrums der Verehrung und plante, es zur religiösen Hauptstadt seines Reiches zu machen. Er hatte vorgesehen, dass es das Pantheon des Hauses Savoyen werden sollte, für die sterblichen Überreste der gesamten herrschaftlichen Familie.

Info: Als Turin allerdings zur Hauptstadt der Savoyer wurde, sollte es die Wallfahrtskirche Superga, oberhalb Turins, sein, in der die sterblichen Überreste der königlichen Familie beerdigt wurden. Nur Carlo Emanuele I selbst ruht heute in der Basilika von Vicoforte. 

Blick in die Kuppel vom ersten Balkon der Basilika Vicoforte
Blick in die Kuppel vom ersten Balkon

1596 begann der Bau der Wallfahrtskirche, allerdings an ihrem jetzigen Stadtort, um den Pilgermassen und Bauplänen gerecht werden zu können.

Die Konstruktion der Kuppel war eine technische Meisterleistung der damaligen Zeit.

Der Architekt Francesco Gallo nahm sich der schier unüberwindbaren Aufgabe an. Aufbauend auf der Sandsteinstruktur seines Vorgängers Vitozzi errichtete er einen Aufbau aus Backsteinen, auf dem schließlich die beeindruckende Kuppel platziert wurde.

Um die 74m hohe und 36m breite Kuppel zu bauen, musste eine spezielle Bautechnik angewendet werden. Die Kuppel wurde auf Rollen bewegt, während sie allmählich in die Höhe gehoben wurde.

Die „Cupola Vicoforte“ gilt bis heute weltweit als die größte ihrer Art und ist somit ein architektonisches Meisterwerk. Erst im 18. Jahrhundert, nach 200 Jahren Bauzeit, wurde die wunderschöne Wallfahrtskirche dann vollendet.

Blick von unten in die Cupola Vicoforte
Blick von unten in die Cupola Vicoforte

Interessant: Als die Kuppel 1732 fertig gebaut war, weigerten sich die Arbeiter, das Gerüst, das sie hielt, zu entfernen. Niemand glaubte daran, dass die Kuppel ohne Stütze halten würde. So soll der Architekt Gallo das Gerüst nur mit Hilfe und Unterstützung von Freunden und Familie abgebaut haben.

1883 wird das ehemalige Ziegeldach durch eine Kupferkuppel ersetzt, um das Gewicht des Daches zu reduzieren. Vorher war der Basilika, ähnlich wie der Schiefe Turm von Pisa, immer weiter abgesunken. Seit dieser Veränderung und Gewichtsminderung ist die Basilika sicher.

Öffnungszeiten der Basilika von Vicoforte
Wochentags von 8:00 – 12:00 Uhr & 14:30 – 19:00 Uhr (im Winter bis 18:00 Uhr)
Wochenende von 8:00 – 12:30 Uhr & 14:30 – 19:30 Uhr (im Winter bis 18:30 Uhr)

Geschichtliche Informationen während der Kuppelbesteigung
Geschichtliche Informationen während der Kuppelbesteigung

Interessante Daten und Fakten der Basilika von Vicoforte

  • Die Säule mit dem Bildnis der Madonna ist das älteste Fresko des Wallfahrtsortes. Sie steht genau in der Mitte der Basilika.
  • Mit einer Hauptachse von 37,15m und einer Nebenachse von 24,8m besitzt die Basilika von Vicoforte die größte, elliptische Kuppel der Welt.
  • Die Fresken innerhalb der Kuppel nehmen eine Fläche von über 6000 Quadratmeter ein. Thema ist die Erlösung. Diese Malereien wurden in nur zwei Jahren (1746-1748) geschaffen.
  • Die Basilika von Vicoforte besteht aus 3 Baustilen: Der untere Teil besteht aus Vico-Sandstein ist aus dem frühen 17. Jahrhundert.

    Die restliche Basilika und die Kuppel sind hingegen im Barockstil gehalten, bestehen aus unverputzten Backsteinen und wurden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. Das Kupferdach und die Glockentürme stammen aus dem späten 19. Jahrhundert.
  • Die ehemaligen Glockentürme wurden wegen Stabilitätsproblemen 1906 abgerissen und anschließend, in ihrer heutigen Form, neu wiederaufgebaut.
  • Leichnam des italienischen Königs Vittorio Emanuele III und seiner Ehefrau Maria Elena, wurden 2017 von den vorherigen Grabstätten im ägyptischen Alexandria und dem französischen Montpellier hierher verlegt
Rückseite des Marienbildnis in der Basilika Vicoforte
Rückseite des Marienbildnis in der Basilika Vicoforte

Besuch und Erkundung der Kuppel

Seit 2015 kann man das beeindruckende Bauwerk nicht nur vom Boden der Basilika aus bewundern, man kann in die größte elliptische Kuppel der Welt aufsteigen. Ein tolles Erlebnis, das einen Kirchenbesuch auch für Kinder und Jugendliche spannend macht.

Info: Magnificat heißt das tolle Projekt der Non-Profit Initiative Kalatà, die es sich zum Auftrag gemacht hat regionale Kulturprojekte zu initiieren und zu betreuen.

Bewaffnet mit Helm und Sicherheitsgurt geht es über 266 Treppenstufen, bis zu 60m hoch, in und auf die Domkuppel. Die spannende Führung führt durch schmale Passagen, die früher von den Bauarbeitern genutzt wurden und über enge Wendeltreppen.

Absolut beeindruckend und ein einzigartiges Erlebnis, das aber nicht geeignet für Menschen mit Höhen- und oder Platzangst.

Auf dem kleinen Rundgang in die Kuppel der Basilika von Vicoforte
Auf dem kleinen Rundgang in der Kuppel
Balkon auf der kleinen Runde der Kuppelbesteigung
Balkon auf der kleinen Runde der Kuppelbesteigung

Die Führung ist auf Italienisch, für eine Übersetzung in Deutsch gibt es einen Audioguide. Rucksäcke oder andere Gepäckstücke können nicht mitgenommen werden.

Für Handys erhält man eine kostenlose Schutzhülle, die Du Dir um den Hals hängen kannst. Kameras können auch nur mitgenommen werden, wenn Du diese umhängen kannst.

Lustige Info: Selbst wenn Du in der Kuppel halbwegs leise sprichst, fördert die elliptische Form den Hall und Menschen auf der entgegengesetzten Seite der Kuppel können Dich gut verstehen.

Schmaler Ausgang vom Treppenhaus auf einen Balkon während der Kuppelbesteigung
Schmaler Ausgang vom Treppenhaus auf einen Außenbalkon während der Kuppelbesteigung
Schmaler Durchgang während der Kuppelbesteigung der Basilika von Vicoforte
Durchgang während der Kuppelbesteigung vom Außenbalkon in die Kuppel der Basilika von Vicoforte

Zeiten und Preise der Kuppel-Besteigung

Besichtigungszeiten:
1. April – 1. November
Samstag : 10.00 Uhr | 11.30 Uhr | 14.00 | 16.00
Sonn- und Feiertage : 11.30 Uhr | 14.00 | 15.30 Uhr | 16.00

Vom 17. Juli bis 3. September
Von Montag bis Samstag : 10.00 Uhr | 11.30 Uhr | 14.00 | 16.00
Sonn- und Feiertage : 11.30 Uhr | 14.00 | 15.30 Uhr | 16.00

Preise
Aufstieg zur Kuppel: € 18.00 pro Person (dauert 2 Stunden)
Kurze Strecke: € 8.00 pro Person (dauert 1 Stunde)

Es gibt eine kürzere Alternative des Kuppelbesuches. Die „kurze Strecke“ ist auch für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Der komplette Aufstieg bis in die Domkuppel ist erst ab 14 Jahren gestattet.

Diese „kurze“ Führung geht bis auf 23m hoch in die Kuppel und es sind auch nur 130 Stufen zu bewältigen. Trotzdem nicht unbedingt für Menschen mit Platzangst geeignet!

Info: Wie man meinen Fotos wahrscheinlich ansieht, war ich im Winter in der Basilika von Vicoforte und wir konnten aufgrund der Schnee- und Gefahrenlage nur die „kleine“ Tour machen.

Fand ich persönlich absolut ausreichend, um einen herausragenden Eindruck auf die fantastischen Malereien der größten, elliptischen Kuppel der Welt zu bekommen.

⇨ Hier geht’s zum Ticketkauf für die Tour durch die Domkuppel

Eingangsbereich der Basilika von Vicoforte
Eingangsbereich der Basilika von Vicoforte

Bauwerke rund um die Basilika von Vicoforte

Das Kloster

Das Kloster beherbergte die Benediktinermönche der Zisterzienser Foglianti, die 1596 von Herzog Carlo Emanuele I. eingeführt wurden.

Sie begleiteten den Bau der Wallfahrtskirche und führten bis zum 19. Jahrhundert die Amtsführung.

Im Inneren des Klosters gibt es wertvolle Räume wie den Chor, das Refektorium mit einem Fresken von Mattia Bortoloni und die Kapelle. Das Kloster war später Sitz der Apostolischen Schulen und wurde vor etwa dreißig Jahren in ein Hotel umgewandelt wurde.

⇨ Willst Du innerhalb des Klosters übernachten? Hier gibt es Infos zur Verfügbarkeit und Buchung der Casa Regina Montis Regalis.

Blick auf den Vorplatz und die Palazzata
Blick auf den Vorplatz und die Palazzata

Palazzata

Als Palazzata wird der halb achteckige Säulengang, rund um den großen Platz vor dem Heiligtum bezeichnet. Gedacht war dieser Bereich damals für die Unterbringung und Verpflegung der Pilger.

Heute findest Du hier den Treffpunkt für die Kuppelbesteigung im Büro der Agentur Kalatà, einige Bars und Restaurants sowie das Hotel Portici.

In der Mitte des Platzes, zwischen Palazzo und der Wallfahrtskirche, befindet sich die Bronzestatue von Carlo Emanuele I. von Savoyen von 1891 sowie 2 Springbrunnen.

Palazzata vor der Basilika von Vicoforte
Palazzata vor der Basilika von Vicoforte

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Anreise zur Vicoforte Basilika

Die beeindruckende Basilika von Vicoforte (⇨ genaue Koordinaten) liegt 7km südlich von Mondovì, 30km östlich von Cuneo und 64km westlich von Savona. Rund um das Heiligtum gibt es eine Menge, kostenfreier Parkplätze.

Von Mondovì Bahnhof kannst Du auch bequem mit dem öffentlich Bus fahren. Fahrtdauer beträgt 10 Minuten.

Mein Tipp: Plane für den Besuch der Basilika von Vicoforte und die Kuppelbesteigung einen halben Tag. So kannst Du auch noch das Kloster und die Palazzata in Ruhe erkunden.

Linda vor der verschneiten Basilika von Vicoforte
Vor der verschneiten Basilika von Vicoforte