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Naturparadies Chiappera
Der letzte Weiler im malerischen, piemontesischen Mairatal

Chiappera, der kleine Weiler, ganz am Ende des malerischen Mairatals, wird dominiert von den Zwillingsfelsen Rocca Provenzale und Rocca Castello.

Wahrscheinlich auch dank dieser markanten Felsformation ist die letzte bewohnte Siedlung des oberen Maira Tal eines der beliebtesten Fotomotive der Region.

Nachdem ich auf meiner Alpenüberquerung 2016 schonmal hier war, habe ich es endlich geschafft wiederzukommen und ein traumhaftes Wochenende mit Erkundungen und Wanderungen rund um Chiappera zu verbringen.

Hier findest Du alles Wissenswerte über das Dorf, Unterkunftsoptionen sowie Informationen zu den schönsten Wanderungen rund um das malerische Steindorf.

Blick auf den Weiler Chiappera und die Rocca Provenziale im obenen Valle Maira
Blick auf den Weiler Chiappera und die Rocca Provenziale im obenen Valle Maira

Chiappera Überblick

Das malerische Bergdorf Chiappera befindet sich auf 1600 Meter über dem Meeresspiegel, im äußersten Nordwesten des piemontesischen Mairatals (it. Valle Maira).

Es ist die letzte bewohnte Siedlung im obersten Teil des Tales. Die geteerte Straße führt noch bis zum Campingplatz Campo Base.

Anschließend könntest Du über Schotterpiste noch zu den Stroppia-Wasserfällen und den Almhütten der wunderschönen Hochebene Grange Collet fahren. Der Natur zuliebe solltest Du dies jedoch nicht tun und Dein Auto spätestens am Campingplatz abstellen.

Wanderwege und alte Militärstraßen führen ab der Grange Collet nach Norden, Westen und Osten, über verschiedenste Alpenpässe, nach Frankreich.

Chiappera gehört zur 150 einwohnerstarken Gemeinde Acceglio, in der Provinz Cuneo und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Kletterer, Mountainbiker und Wanderer.

Es bietet jede Menge unberührte Natur und viele Ruinen, militärische Bunker und Kasernen, entlang der italienisch-französischen Grenze.

Auch befindet sich die Quelle des Flusses Maira (it. Sorgenti del Maira), die dem Tal ihren Namen gab, nur eine Stunde Fußmarsch oder 7 Autominuten von Chiappera entfernt.

Wildbach Maurin im Dorfzentrum von Chiappera
Wildbach Maurin im Dorfzentrum von Chiappera

Chiappera, das Dorf

Der malerische Weiler Chiappera ist schnell erkundet. Er besteht aus wunderschön, restaurierten Steinhäusern, die sich auf den sanften Tourismus eingestellt haben. Mittlerweile gibt es mehrere, privat geführte Unterkünfte sowie eine Bar im Ort.

Abgesehen von ein paar lokalen Erzeugnissen, die in den jeweiligen Unterkünften angeboten werden, gibt keine Möglichkeit Lebensmittel einzukaufen. Mittelpunkt ist die wunderschöne Kapelle Chiesa di Santa Margherita.

Auch ohne offizielle Zertifizierung gehört dieses tolle Dorf für mich, ohne Frage, zu den schönsten Dörfern des Piemont!

Fassade der Kapelle Chiesa di Santa Margherita von Chiappera
Kapelle Chiesa di Santa Margherita
Schmale Gasse in Chiappera
Gasse in Chiappera

Banner in den braunen Farben des Logos, mit einem Bild von Turin. Der Schriftzug informiert über den Reiseplanungsservice für das Piemont

Wanderungen rund um Chiappera

Chiappera ist ein herausragender Ausgangspunkt für traumhaft schöne Wanderungen. Neben vielen lokalen Wanderwegen führen auch der piemontesische Weitwanderweg GTA (Grande Travesata delle Alpi), die internationale Via Alpina sowie der beliebte Maira-Weg (it. Percorsi Occitani) durch das Bergdorf.

Mein Wanderführer-Tipp
Valle Maira Wanderführer

KOMPASS Wanderführer Piemont, Valle Maira

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Hier findest Du nur meine zwei Lieblingswanderungen

Rund um die Rocca Provenzale

Die aussichtsreiche Rundwanderung beginnt im Dorfzentrum von Chiappera. Am nördlichen Ortsrand zeigt der Holzwegweiser Richtung „Colle Greguri“ und führt auf schmalem Wanderweg vom Dorf weg.

Sanft aber stetig ansteigend geht es entlang von Feldern, Kuhwiesen und Steinterrassen auf die markante Rocca Provenzale zu.

Auf ca. 1800m.ü.M. eröffnet sich ein schönes Wiesenplateau, auf dem glückliche, piemontesische Kühe grasen. Der Ausblick ist uneingeschränkt wunderschön.

Weiter geht es stetig aufwärts. Die Rocca Provenzale sieht nun gar nicht mehr so spitz, sondern einfach nur noch mächtig aus.

Auch sind jetzt die Nebengipfel (Punta Figari, Torre Castello und Rocca Castello) sichtbar, die vorher hinter der Rocca Provenzale versteckt waren.

Auf dem letzten Wegstück der Ostflanke kann ich Kletterer am Fels und auch eine Gams beobachten. Der Pass, Colle Greguri, liegt auf 2310m.ü.M. in der Senke zwischen Rocca Castello und Monte Eighier und ist ein beliebtes Gebiet für Steinböcke und Gämsen.

Unter dem Gipfelkreuz versteckt sich der Zugang zu einem Weltkriegsbunker. Kann man betreten, es gibt aber nicht viel zu sehen.

Holzkreuz auf dem Alpenpass Colle Gregori im oberen Mairatal
Colle Gregori
Rocca Castello, hinter dem Colle Gregori
Rocca Castello, hinter dem Colle Gregori

Auf der anderen Passseite wandere ich sanft bergab, auf einen malerischen Talkessel zwischen verschiedenen Gebirgsketten zu. Hinter der Grange Rivero erkenne ich schon die alten Militärpisten, auf denen ein paar Geländefahrzeuge parken.

Im Tal angekommen, überquere ich den Wildbaches Maurin und wandere auf den breiten Schotterwegen, rechts vom Fluss weiter abwärts und wieder zurück, Richtung Chiappera.

Ich bewundere die Stroppia Wasserfälle (it. Cascata di Stroppia) während der breite, schattenfreie und teils steile Schotterweg, mich oberhalb des Flusses südwärts führt.

Das letzte Wegstück, ab dem Campingplatz Campo Base laufe ich auf der wenig befahrenen Straße zurück ins Dorf.

Routen-Info: Ca. 10,5km / ↑ 670 / ↓ 670 / mittlere Schwierigkeit
Es gibt auf der gesamten Strecke keinerlei Schatten oder Einkehrmöglichkeit. Sonnencreme und Wasser also unbedingt mitnehmen.
⇨ Mehr Fotos und Details zur Route auf Komoot

Alpengipfel und Talkessel am Grange Collet
Grange Collet

Sentiero Pier Giorgio Frassati

Vom Parkplatz an der Maira-Quelle führt der Wanderweg anfangs teils steil durch den Lärchenwald aufwärts.

An der Ruine des Rigugio Visaisa trete ich, ziemlich verschwitzt, aus dem Wald und kann unter mir, im idyllischen Alpkessel den Bergsee Lago Visaisa, blau leuchten sehen.

Am Berghang links entlang, führt der Pfad wunderschön aussichtsreich, halb um den Kessel herum, um dann nochmals in Serpentinen aufzusteigen.

Oben angekommen, liegt das Bivacco Bonelli auf einer grasbewachsenen Höhenterrasse mit wunderschönem Blick auf den dunkelblauen Lago d’Apsoi. Ein toller Picknickplatz!

Weiter Richtung Passo della Cavalla führt der Pfad etwas flacher über die Hochebene. Vorbei an einer kleinen Militärruine mit schöner Aussicht und dann nochmal kurz ansteigend bis zum höchsten Punkt der Wanderung auf 2539m.ü.M.

Direkt unterhalb des gerölligen Cavalla-Passes versteckt sich eine weitere Militärkaserne im Fels.

Sanft führt der aussichtsreiche Pfad abwärts. Vom Gipfelkreuz Croce di Caraglio gibt es einen ersten Weitblick ins Maitatal. Etwas geröllig, mit losem Schotter, führt der Pfad ins malerische Hochtal Grange Pausa.

Eine breite Militärstraße, mit schmalen Pfaden zum Abkürzen, führt in weiten Serpentinen aussichtsreich abwärts. Auf dem letzten Wegstück des Pier Giorgio Frassati Weges hat man traumhafte Ausblicke auf Chiappera und die imposante Rocca Provenzale.

Routen-Info: Ca. 14km / ↑ 910 / ↓ 910 / mittlere Schwierigkeit
Sehr beliebte Wanderung, deswegen am besten früh aufbrechen. Viele Italiener kommen auch nur zum Picknicken zur Maira Quelle und füllen dementsprechend schnell den Parkplatz.
⇨ Detaillierter Wanderbericht über den Sentiero Pier Giorgio Frassati

Lago d'Apsoi auf dem Sentiero Pier Giorgio Frassati
Lago d’Apsoi auf dem Sentiero Pier Giorgio Frassati
Gipfelkreuz Croce di Caraglio mit Blick über das obere Mairatal und Ciappera
Gipfelkreuz Croce di Caraglio mit Mairatal-Blick

Unterkünfte im Chiappera

Innerhalb des Dorfes gibt es mehrere, familiengeführte Unterkünfte. Hier in alphabetischer Reihenfolge:

  • Affittacamere Le Cascate: 4 Gästezimmer mit insgesamt 8 Betten
  • La Provenzale: Gasthof mit 3 Gästezimmern für jeweils 2-3 Personen. Das angeschlossene Gasthaus serviert kulinarische Spezialitäten des Val Maira.
  • La Scuola di Chiappera: 4 Gästezimmer sind die ehemaligen Klassenzimmer, weitere 5 Unterkünfte befinden sich anderen Dorfhäusern wie dem Stall oder Speicher. Das interessante Konzept integriert den Gast als Dorfbewohner auf Zeit. ⇨ Seit November 2023 dauerhaft geschlossen
  • Meizoun del Muret: Zwei Selbstversorger Appartements für jeweils 5 Personen.
  • Oronaye Bed &Breakfast: Zwei Gästezimmer und Frühstück mit regionalen Produkten.
  • Rifugio Campo Base: Campingplatz und Posto Tappa etwas außerhalb von Chiappera
Typische Unterkunft in einem traditionellen Steinhaus in Chiappera
Typische Unterkunft in Chiappera
Posto Tappa und Bar des Campingplatzes Campo Base oberhalb von Chiappera
Campo Base oberhalb von Chiappera

Anreise und Parken

Um nach Chiappera zu gelangen, musst Du die gesamte Valle Maira durchfahren. Von Dronero, am Taleingang, nur ein paar Kilometer nördlich von Cuneo, sind das ca. eine Stunde Fahrt auf der 42km langen SP422.

Von Turin brauchst Du für die ca. 135km 2,5std, egal ob Du über die Mautautobahn oder Landstraße fährst. Aufgrund der langen Anreise empfehle ich Chiappera nicht für einen Tagesausflug. Plane wenigstens eine Übernachtung vor Ort ein.

Alternativ gibt es von Dronero den Bus 78, der allerdings nur bis Acceglio (⇨ Busfahrplan). Von dort muss man laufen oder aber mit dem Sherpabus weiterfahren.

Diese befördert auch das Gepäck von Wandern, die auf Mehrtagestouren im Valle Maira unterwegs sind (Tel.: +39 3488231477).

Gleich hinter dem Ortseingangsschild von Chiappera findest Du auf der linken Seite einen Parkplatz (⇨ Lage). Weitere Parkplätze gibt es weiter hinten im Tal, unweit des Campo Base, entlang des Flusses.


Beste Reisezeit & praktische Tipps für Chiappera

Die beste Reisezeit für Chiappera ist der Sommer, zwischen Juni und September. Im Frühsommer zeigen sich die umliegenden Hochebenen besonders grün, während in höheren Lagen oft noch Schneereste liegen.

Juli und August sind die wärmsten Monate, bringen aber auch mehr Besucher ins Valle Maira, vor allem an Wochenenden. Im September ist es ruhiger, die Temperaturen sind angenehm kühl und das Licht ideal zum Fotografieren.

Wichtig zu wissen: In Chiappera gibt es keinen klassischen Dorfladen. Lebensmittel solltest Du entweder in Acceglio oder weiter talauswärts einkaufen. Auch Mobilfunkempfang ist nicht überall zuverlässig, besonders auf Wanderungen in abgelegenen Seitentälern.

Plane Deine Wanderungen daher am besten vorab, lade Karten offline herunter und informiere Dich über Wetter und Gewitterneigung. Gerade am Nachmittag können sich in den Sommermonaten schnell Wolken und Gewitter bilden.

Wer Ruhe, Natur und authentische Berglandschaft sucht, findet in Chiappera einen idealen Ausgangspunkt, sollte aber bewusst vorbereitet anreisen.