7-tägige Piemont Reiseroute für Selbstfahrer
Mit echten Geheimtipps & Highlights
Nachdem ich drei Jahre lang im Piemont gelebt habe, kann ich dir sagen: Die schönsten Momente und Erlebnisse kündigen sich hier selten mit einem Hinweisschild an.
Es sind nicht immer die großen Sehenswürdigkeiten, die wirklich hängen bleiben. Gerade im touristisch noch nicht völlig erschlossenen Piemont sind es oft die stillen, alltäglichen Momente:
ein nebliger Morgen in den Weinbergen, ein spontanes Mittagessen in einem Bergdorf, durch das du zufällig fährst, oder ein Ausblick, der dich einfach zum Anhalten bringt. Genau solche Momente wirst du auf diesem Roadtrip erleben.
Diese siebentägige Piemont-Rundreise mit dem Auto gibt dir einen richtig guten Überblick – mit ein bisschen von allem, wofür die norditalische Region steht: Weinberge, ruhige Seen, lebendige Städte und frische Bergluft.
Im Folgenden zeig ich dir, wie ich die Woche aufbauen würde – mit Übernachtungstipps, Tageszielen und meinen Lieblingsorten. Nach dieser Woche wirst du das Piemont mit anderen Augen sehen. Los geht’s! (Und ja: Start und Ziel ist Turin.)
Überblick über deine 7-tägige Piemont-Rundreise (inkl. Karte)
Ich lasse für diese Route die klassischen Turin-Sightseeing-Tage ganz bewusst aus, da manch einer nur einen Tag für Turin benötigt, andere eher drei. Dieser Roadtrip beginnt, wenn du bereit bist, die Stadt zu verlassen.
Tagesübersicht deiner einwöchigen Piemont-Reise
- Tag 1: Alba und Umgebung
- Tag 2: Langhe Highlights
- Tag 3: Vicoforte, Cuneo & Saluzzo
- Tag 4: Val Chisone
- Tag 5: Sacra di San Michele und Venaria Reale
- Tag 6: Orta San Giulio & Ortasee
- Tag 7: Biella, Ivrea, zurück nach Turin

Genug der Einleitung – jetzt wird’s konkret!
Hier kommt mein Vorschlag für deine siebentägige Piemont-Rundreise, Tag für Tag im Detail.

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Tag 1: Alba und das Umland der Langhe
Vormittag: Starte in Turin und fahre nach Alba. Parke am besten ein Stück außerhalb des Zentrums, dann musst du dich nicht mit Parkplatzsuche stressen.
Mach erstmal einen gemütlichen Spaziergang durch die Altstadt, vorbei an kleinen Feinkostläden, Cafés und dem beeindruckenden Dom San Lorenzo.
Nachmittag: Jetzt geht’s raus aufs Land: Fahr eine kleine Schleife durch die Weinberge. Erster Halt: das Castello di Grinzane Cavour, mein Lieblings-Weinschloss. Von hier hast du eine fantastische Aussicht, und im Langhe-Museum erfährst du mehr über die Region.
Zweiter Stopp: das hübsche Dorf Diano d’Alba mit seinen engen, gewundenen Sträßchen. Oben wartet ein Aussichtspunkt mit Panoramablick über die Hügel.
Übernachtung: La Cascina di Carlotta 1846, 10km südlich von Alba, mit tollen Gastgebern und 25m Pool.

Tag 2: Langhe-Highlights (La Morra, Barolo, Novello, Monforte d’Alba)
Heute geht’s tiefer rein in die Langhe, das Weinherz des Piemont. Die Dörfer hier sind nicht nur schön, sie haben Charakter. Kopfsteinpflastergassen, lange Mittagessen mit Aussicht, und ein Barolo, der doppelt so gut schmeckt, wenn du ihn dir nach einem kleinen Aufstieg verdient hast.
Vormittag: Starte früh, am besten, bevor die Reisebusse anrollen, und fahr nach La Morra. Park unterhalb des Zentrums und spazier dann den kurzen Weg hoch zur Panoramaplattform auf dem Hauptplatz.
Der Blick über die Weinberge sieht aus wie ein Flickenteppich und bei klarer Sicht erkennst du sogar die Alpen dahinter.
Später Vormittag bis Nachmittag: Fahr eine entspannte Runde durch Barolo, Novello und Monforte d’Alba. Die Orte liegen nah beieinander, haben aber alle ihren eigenen Rhythmus. Halt da, wo dich etwas anspricht: sei es eine Terrasse, ein Weinladen oder einfach ein schöner Aussichtspunkt.
Mein Tipp: Wenn du ohne Planungsaufwand Weine probieren willst, buche diese Weinverkostungstour in La Morra. Sie führt dich in den Weinkeller des Moscone-Weinguts, inklusive Verkostung von vier richtig guten Weinen.
Übernachtung: Fahre zurück zur La Cascina di Carlotta 1846 für eine zweite Nacht in den Weinbergen.

Tag 3: Vicoforte, Cuneo & Saluzzo
Vormittag: Los geht’s mit einer Fahrt nach Vicoforte, einem Ort, der selbst Menschen überrascht, die Kirchen normalerweise links liegen lassen. Die Basilika von Vicoforte hat die größte elliptische Kuppel der Welt! Allein wegen ihrer beeindruckenden Größe lohnt sich der Weg.
Früher Nachmittag: Weiter geht’s nach Cuneo. Ich mag die Stadt, weil sie sich echt anfühlt, nicht herausgeputzt, sondern lebendig. Spazier durch die Altstadt und gönn dir eine Mittagspause unter den langen Arkaden der Via Roma, wo kleine Cafés auf Alltagstreiben treffen.
Später Nachmittag: Zum Tagesabschluss fährst du nach Saluzzo, ein kleines Städtchen mit leicht morbidem Charme und viel Geschichte. Die historische Oberstadt ist ein kleines Labyrinth aus verwinkelten Gassen, alten Steinhäusern und immer wieder überraschenden Ausblicken über die Ebene.
Übernachtung: Hotel Antico Podere Propano – ein schönes Landhaus am Stadtrand von Saluzzo.

Tag 4: Val Chisone (Berge, Festungen und Bilderbuchdörfer)
Vormittag: Fahr vorbei an Pinerolo und hinein ins Val Chisone. Hier wechselt die Landschaft schnell von sanften Hügeln zu echtem Alpenfeeling. Dein Hauptstopp heute ist das Forte di Fenestrelle, die größte alpine Festung Europas.
Sie zieht sich wie ein steinernes Band über den Berghang und wirkt fast endlos. Du kannst sie auf eigene Faust erkunden. Ich empfehle die ca. einstüdige „Amici-Tour“.
Nachmittag: Fahr weiter hinein ins Tal nach Usseaux, offiziell eines der schönsten Dörfer Italiens. Klein, aber voller Charme, mit bemalten Hausfassaden und ruhigen Gassen, die sich anfühlen wie eine Zeitreise. Etwas weiter liegt Laux, ebenfalls ein niedliches Bergdorf mit tollem See.
Abend: Folg der kurvenreichen Bergstraße via Sestriere und vorbei an der beeindruckenden Festung von Exilles, bis du ins Susa-Tal kommst. Mache einen Abendspaziergang durch Susas römische Ruinen und die sehenswerte Altstadt.
Übernachtung: Convento Boutique Hotel. Stilvolles, restauriertes Kloster mitten in der Altstadt von Susa.

Tag 5: Sacra di San Michele & Venaria Reale
Vormittag: Heute geht’s durchs Susa-Tal, zur vielleicht bekanntesten Sehenswürdigkeit des Piemont: der Sacra di San Michele. Hoch oben auf einem Felsvorsprung thront das Kloster wie ein mittelalterlicher Wächter über dem Tal.
Schon die Auffahrt ist Teil des Erlebnisses: kurvig, landschaftlich wunderschön. Die Abtei punktet übrigens auch mit tollen Ausblicken ins Tal, manchmal bis Turin.
Nachmittag: Fahr weiter auf die Po-Ebene zur Venaria Reale, dem zweitgrößten Schloss Italiens, oft auch das „Versailles des Piemont“ genannt.
Ich empfehle normalerweise auch den Besuch des benachbarten Castello della Mandria aber dafür brauchst du wirklich mehr Zeit. Vielleicht beim nächsten Mal.
Übernachtung: Hotel Cascina Di Corte, ein kleines Anwesen direkt neben dem Schloss.

Tag 6: Lago d’Orta (Orta San Giulio & Isola San Giulio)
Vormittag: Fahr an den Ortasee, genauer gesagt nach Orta San Giulio, einem der schönsten Seendörfer in Norditalien. Klein, komplett zu Fuß erkundbar und mit dem Gefühl, als wäre die Zeit ein bisschen stehen geblieben.
Spazier die Uferpromenade entlang und nimm dann den Weg hinauf zum Sacro Monte, dem heiligen Berg, mit seinen stillen Kapellen und einem traumhaften Blick über den See.
Nachmittag: Nimm die Fähre zur kleinen Isola San Giulio, die direkt vor dem Ort im Wasser liegt. Die Boote fahren regelmäßig, und die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten. Der Rundweg über die Insel ist kurz und still. Wirklich: Er heißt „Weg der Stille“.
Übernachtung: Hotel San Rocco, ein historischer Palazzo direkt am See, mit eigenem Parkplatz (das ist wichtig denn der Ort ist autofrei).

Tag 7: Biella, Ivrea & zurück nach Turin
Vormittag: Mach dich auf den Weg nach Biella, einem echten Geheimtipp zwischen Hügeln und Bergen. Wenn du alte piemontesische Städte magst, die ein bisschen rauer wirken und nicht rausgeputzt sind, wirst du Biella Piazzo, den oberen Teil der Stadt, mögen.
Hier kannst du entspannt durch enge Kopfsteinpflastergassen schlendern. Ein kurze Fahrt mit dem Funicolare verbindet den oberen Altstadtkern mit der neueren Unterstadt.
Nachmittag: Weiter geht’s nach Ivrea, einer Kleinstadt mit ganz anderem Flair als die Weinregionen oder Seendörfer. Es wirkt bodenständiger, echter und genau dieser Kontrast gefällt mir besonders am letzten Reisetag.
Ivrea ist bekannt für seinen historischen Karneval und die Schlacht der Orangen, aber auch außerhalb der Saison lohnt sich ein Stopp: ein Spaziergang am Fluss, ein Blick auf die Industriearchitektur der Nachkriegszeit – das hat Charakter.
Abend: Jetzt geht’s zurück nach Turin, wo dein 7-tägiger Roadtrip durchs Piemont endet.
Hoffentlich liegen ein paar gute Flaschen Wein im Kofferraum und ein paar Orte in deinem Kopf, zu denen du definitiv nochmal zurück willst.


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Reisetipps für deine 7-tägige Piemont-Rundreise
Das Piemont verändert sich stark mit den Jahreszeiten. Für diese Route gibt es keine beste Jahreszeit, sie funktioniert im Grunde das ganze Jahr über. Aber je nach Saison solltest du das Tempo ein wenig anpassen.
Ich persönlich liebe das Frühjahr (März – Mai). Die Tage sind oft klar, die Hügel leuchten frischgrün, und die Temperaturen sind angenehm.
Auch der Herbst (September bis Oktober) hat seinen Reiz: Die Weinberge färben sich golden und alles dreht sich ums Essen – eine perfekte Kombi aber in der Weinregion auch voller.
Für Hochsommer und Winter würde ich die Route anpassen um einerseits die Hitze der Langhe und Po-Ebene zu meiden. Im Winter musst du mit Schnee und geschlossenen Bergstraßen rechnen und planen.
Autofahren im Piemont
Entfernungen sehen auf der Karte oft klein aus aber die Straßen in den Hügeln und Tälern ziehen sich. Und das ist auch völlig okay so. Ich plane lieber ein paar Stopps weniger ein und genieße die Aussicht, anstatt gegen die Strecke anzufahren.
Das Autofahren im Piemont ist übrigens nicht so nervenaufreibend wie z. B. in Sizilien. Die Norditaliener sind im Straßenverkehr meist entspannter, drängeln weniger und überholen dich einfach, wenn du ihnen zu langsam bist und das ganz ohne Drama. Einfach locker bleiben und sie vorbeilassen.
Gerade wenn du dich mal ans Bergfahren herantasten möchtest, ist das Piemont ideal. Die Gegend ist freundlich, die Strecken sind machbar.
Du musst nur damit rechnen, dass manche Straßen in kleinen Bergdörfern ziemlich eng werden aber auch das ist Teil des Erlebnisses.
⇨ Vergiss nicht Preise zu vergleichen falls du ein Auto mieten musst. Ich nutze immer Check24, um die besten Preise (und Payback-Punkte) zu bekommen.
Wenn du nicht selbst fahren willst: Routenalternative ohne Auto
Wenn dich das Autofahren stresst, habe ich dir eine angepasste Reiseroute für 7 Tage im Piemont ohne Auto zusammenstellen.
Ich würde dann Turin als Basis für 3–4 Nächte wählen, dazu je eine Nacht in Alba und eine in Orta San Giulio. So hast du weniger Ortswechsel, aber trotzdem viel Abwechslung.
So würde ich’s machen:
- Übernachte im Turin Palace Hotel*** oder im Carlo Felice Boutique Hotel***** – beide super gelegen für Turin und Ausflüge mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
- Mach von Turin aus diesen organisierten Tagesausflug zur Sacra di San Michele und nach Venaria Reale.
- Nimm den Zug nach Susa, für einen Tagesausflug in die Berge.
- Fahr mit dem Zug nach Alba und bleib dort für eine Nacht im zentralgelegenen La Meridiana d’Alba.
- Für die Weindörfer in der Langhe buchst du am besten diese ganztägige Wein-Tour mit Sommelier, die dich direkt in Alba abholt.
- Danach geht’s mit dem Zug über Turin weiter nach Orta San Giulio. Dort kannst du nochmal eine Nacht am See verbringen.

Fazit
Diese siebentägige Piemont-Rundreise bringt wirklich viele Highlights unter einen Hut: Weinberge in der Langhe, charmante Kleinstädte, malerische Seen und alpine Festungen.
Ich sehe diese Route als Grundgerüst, nicht als strikten Fahrplan denn die schönsten Momente im Piemont entstehen oft genau dann, wenn du an einem Ort einfach länger bleibst, als ursprünglich geplant.
Alternativ, habe ich weitere, kürzere Reiserouten im Piemont, die du zu deinem ganz persönlichen Roadtrip kombinieren kannst.

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