Piemont Sehenswürdigkeiten
Geheimtipps & Klassiker: So einmalig schön ist Italiens Nordwesten
Viele Reiseführer nennen immer wieder dieselben drei Orte, wenn es um Sehenswürdigkeiten im Piemont geht: Turin, Alba und den Lago Maggiore.
Aber das Piemont ist so viel mehr: alte Dörfer, wie aus der Zeit gefallen, unberührte Natur, imposante Alpen, Märkte in verwinkelten Gassen und Weingüter, an denen die Zeit stillzustehen scheint.
Wenn du keine Lust auf überfüllte Touristen-Hotspots hast und lieber entdecken möchtest, wo sich das echte, ursprüngliche Piemont versteckt, dann bist du hier genau richtig.
Seit 2021 verbringe ich mehr als die Hälfte des Jahres in dieser wunderschönen norditalienischen Region und entdecke immer noch neue Lieblingsorte, oft abseits der bekannten Pfade.
In diesem Beitrag teile ich meine ganz persönlichen Highlights mit dir. Klar, 1–2 der „Klassiker“ sind auch dabei, da es selbst dort noch Ecken, die überraschen, aber vor allem findest Du hier viele Geheimtipps, die du auf deiner nächsten Reise nicht verpassen solltest.
*Titelbild: Chiesa di San Pietro in Vincoli, im Val Chisone

Piemont mit Ausflügen ins Aostatal
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Kurzüberblick: Piemont entdecken
Die norditalienische Region Piemont ist (noch) ein echter Geheimtipp: von Alpengipfeln bis hin zu mediterranen Seenlandschaften. Viele kennen Turin, aber nur wenige haben die Langhe, die Seeaplen oder die Via Lattea wirklich auf dem Schirm.
Alpen & Natur: Im Norden und Westen ragen die Berge auf über 4.000 m: perfekt für Wanderer und Skifans.
Kulinarik & Kultur: Die Langhe im Südosten begeistern mit Wein, Trüffeln und mittelalterlichen Dörfern.
Seen im Norden: Lago Maggiore & Co. bieten Italien-Flair pur im Nordosten des Piemont.
Städtisches Flair: Turin, die elegante Hauptstadt, liegt mitten in der fruchtbaren Po-Ebene.
Hier kommen meine persönlichen Highlights, von bekannten Klassikern bis zu echten Geheimtipps.


Die schönsten Städte im Piemont
Turin – Hauptstadt des Piemont
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Spaziergang durch die Altstadt Turins: breite Boulevards, elegante Palazzi, römische Stadttore und ganz anders als im überfüllten Mailand: kaum Touristen!
Wusstest du, dass Turin für vier Jahre die erste Hauptstadt des Königreichs Italien war? Dieses königliche Flair spürt man noch heute, vor allem rund um den Palazzo Reale und den Dom mit der Kopie des legendären Grabtuchs von Turin.
Zwei Museen solltest du auf keinen Fall verpassen: Das Ägyptische Museum: das größte außerhalb Kairos, absolut beeindruckend.
Das Filmmuseum in der Mole Antonelliana: schon allein der gläserne Aufzug (quer durch das Museum) in die Spitze des markanten Wahrzeichens und der Blick über die Stadt sind ein echtes Erlebnis.
Mein Geheimtipp für den besten kostenlosen Aussichtspunkt: Die Kirche Santa Maria del Monte dei Cappuccini auf den Hügeln über Italiens längstem Fluss, dem Po. Hier hast du einen traumhaften Blick über Turin, vor allem bei Sonnenuntergang.
Gönn dir einen Aperitif auf dem Piazza Vittorio Veneto, einem der größten Plätze Europas. Am frühen Abend herrscht hier diese besondere Stimmung, die man nur in Turin erlebt.
Extra-Tipp: Der Markt an der Porta Palazzo ist der größte Freiluftmarkt Europas – chaotisch, laut, voller Leben. Du bekommst dort wirklich alles: von frischem Gemüse bis zu italienischen Eisenwaren.
Mein Fazit: Nimm dir mindestens zwei volle Tage Zeit. Turin ist kompakt genug, um es zu Fuß zu erkunden aber viel zu vielseitig, um es einfach nur „mitzunehmen“.

Ivrea
Ivrea ist eine dieser Städte, die man leicht übersehen könnte und das wäre ein Fehler. Die Kleinstadt liegt nordwestlich von Turin, am Übergang zwischen Alpenausläufern und Po-Ebene.
Sie vereint gleich zwei Gesichter: eine schöne Altstadt mit mittelalterlichem Flair und eine moderne Industriegeschichte, die so interessant ist, dass sie 2018 sogar UNESCO-Welterbe wurde.
Am meisten beeindruckt hat mich das gut erhaltene Castello di Ivrea aus dem 14. Jahrhundert. Leider kann man es nur von außen besichtigen aber schon das reicht, um zu verstehen, warum es als eines der bemerkenswertesten Beispiele savoyischer Militärarchitektur gilt.
In der Altstadt lohnt der Besuch des Doms, der bereits im frühen Mittelalter Bischofssitz war. Besonders schön ist auch der Glockenturm Santo Stefano, der sich fast versteckt zwischen den engen Altstadtgassen erhebt.
Mein Highlight in Ivrea ist allerdings der Ponte Vecchio, die alte Brücke über den Fluss Dora Baltea. Von hier aus kannst du Kajakfahrer beobachten, die sich durch die wilden Fluten des Slalom-Parcours kämpfen.
Berühmt ist Ivrea aber vor allem für eine absolut verrückte Tradition: den ältesten historischen Karneval Italiens. Der Höhepunkt ist die legendäre Orangenschlacht (Battaglia delle Arance).
Drei Tage lang fliegen hier Tausende von Zitrusfrüchten durch die Altstadt, ein Spektakel, das du so nur in Ivrea erlebst.
Mein Tipp: Plane etwa einen halben Tag für Ivrea ein. Kombinier den Besuch mit mit einem Abstecher zur beeindruckenden Festung von Bard im benachbarten Aostatal.

Susa
Am westlichen Ende des weiten Susatals, eingerahmt von den ersten großen Alpenbergen, liegt Susa.
Das Städtchen war schon in der Antike ein wichtiger Knotenpunkt auf dem Weg von Frankreich und der Schweiz nach Italien und diese strategische Bedeutung sieht man Susa bis heute an: Überall stößt man auf beeindruckende Spuren der Römerzeit.
Bei meinen Spaziergängen durch die Altstadt fühle ich mich immer wie in einem Freilichtmuseum: ein Amphitheater, ein altes Aquädukt, der Triumphbogen, alles mitten im Ort, frei zugänglich und überraschend gut erhalten. Die meisten Bauwerke stammen aus dem 3. und 4. Jahrhundert.
Umgeben ist die Stadt von einer echten Postkartenkulisse: Über allem thront der Rocciamelone, der Hausberg Susas, mit fast 3.000 m Höhe und ringsum warten zahllose Wanderwege, Bergtouren und Kletterspots.
Wer gern draußen unterwegs ist, findet in Susa den perfekten Ausgangspunkt für Outdoor-Abenteuer in den Westalpen.
Mein Tipp: Plane mindestens einen halben Tag für Susa selbst ein. Wenn du Lust auf Wandern, Bergseen oder alpine Entdeckungen hast, ist Susa eine gute Basis für mehrere Tage, denn die Lage ist ideal.

Saluzzo
Saluzzo liegt im Südwesten des Piemont, etwa 50 Kilometer von Turin entfernt. Wer zum ersten Mal durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Oberstadt läuft, versteht sofort, warum der Ort als einer der schönsten des Piemont gilt.
Die historische Oberstadt thront auf einem Hügel über der Ebene. Der Aufstieg über die autofreie Salita al Castello führt vorbei an der alten Stadtmauer direkt zur Castiglia, dem ehemaligen Schloss der Marchesen.
Heute wirkt sie eher wie eine ruhige Kulisse, damals war sie politisches Zentrum eines ganzen Fürstentums.
Zwischen den engen Gassen tauchen immer wieder herrschaftliche Palazzi und Adelshäuser auf. Saluzzo war vom 15. bis 16. Jahrhundert Hauptstadt des Marquisats und hat sich diesen Glanz bewahrt.
Die Unterstadt präsentiert sich lebendiger, mit Cafés, Läden und der großen Kathedrale Santa Maria Assunta am Rand der Fußgängerzone.
Zwei Ausflugsziele solltest du dir nicht entgehen lassen: das Schloss Manta mit beeindruckenden Fresken aus dem 15. Jahrhundert und, mein persönlicher Favorit, die romanische Abtei Santa Maria di Staffarda aus dem Jahr 1135.
Mein Tipp: Für die Besichtigung der historischen Oberstadt reicht ein halber Tag aus. Da Saluzzo am Fuß des Monviso und am Eingang des Po-Tals liegt, eignet sich der restliche Tag perfekt für Wanderungen oder eine Weiterfahrt in die umliegende Natur.

Cuneo
Cuneo liegt im äußersten Südwesten des Piemonts, direkt am Fuß der Seealpen. Viele fahren nur durch, auf dem Weg in die Berge was schade ist.
Der Name Cuneo bedeutet „Keil“ wegen der Lage zwischen den beiden Flüssen Stura und Gesso. Von oben sieht man das tatsächlich: die Altstadt zieht sich spitz zulaufend über das Hochplateau, flankiert von zwei grünen Flusstälern.
Was Cuneo für mich besonders macht: die unfassbaren 8 Kilometer Arkaden. Entlang der Via Roma, der eleganten Hauptachse der Stadt, kannst du wunderbar im Schatten bummeln.
Egal ob bei Sonne oder Regen. Unterwegs liegen Cafés, kleine Boutiquen und viele historische Gebäude wie der Bischofspalast und die Kirche Sant’Ambrogio.
Die Altstadt ist kompakt, lässt sich gut zu Fuß erkunden und lebt von Kontrasten: schlichte Fassaden, großzügige Plätze, alte Gassen. Vieles stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert denn vorher wurde Cuneo mehrfach belagert und zerstört.
Am Ende der Via Roma öffnet sich die Piazza Galimberti, das Herz der Stadt, mit der mittig platzierten Statue von Giuseppe Barbaroux. Ein riesiger, offener Platz mit Arkaden rundherum, Cafés an allen Seiten und dem Duomo di Cuneo als Kulisse.
Mein Tipp: Für Cuneo selbst reicht ein Tag völlig aus aber die Stadt ist ein großartiger Ausgangspunkt für alles, was die Täler rundherum zu bieten haben. Du kannst Cuneo dementsprechend gut als Basis für Deine Piemont Erkundungstouren im Süden der Region nutzen.
Top Ausflugsziele ab Cuneo:
– Vinadio und seine Festungen
– Sant. Anna di Vinadio, das höchste Kloster Europas
– Das Valle Gesso und die Hochebene Piano del Valasco
– Limone Piemonte und den darüber liegenden Colle di Tenda

Die schönsten Orte in der Weinregion (Südosten)
Langhe, Roero und Monferrato, das sind die weltberühmten Weinbaugebiete im Südosten des Piemont und gemeinsam ein UNESCO Weltkulturerbe. Für viele, ist diese Weinregion der Hauptgrund eines Piemont Besuchs.
Diese Kulturlandschaft ist aber auch ein Gesamtkunstwerk: sanfte Hügel, perfekt ausgerichtete Weinreben, mittelalterliche Dörfer, Burgen, Schlösser – so schön wie die Toskana, nur mit weniger Touristen.
Die bekanntesten Weine der Region – Barolo, Barbaresco, Asti Spumante, Nebbiolo d’Alba – stammen genau von hier. Viele Weingüter bieten auch Übernachtungen an.
Was viele nicht wissen: Die weltbekannte Slow-Food-Bewegung wurde in Bra, am Rand der Langhe, gegründet. Und genau dieses Bewusstsein für Qualität und Genuss zieht sich durch alles, was man hier erlebt.
Auf meinem Lieblings-Roadtrip auf der Strada Romantica delle Langhe e Roero oder diesem 2-tägigen Roadtrip durch die Langhe, lassen sich viele Highlights der Gegend entdecken. Zwischen bekannten Städten und versteckten Dörfern warten echte Highlights.

Asti – Stadt des Spumante
Asti ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Der bekannte Schaumwein wird jedoch nicht in der Stadt selbst sondern in den sanften Hügeln und weitläufigen Weinberge der 30km entfernten Stadt Canelli hergestellt.
Trotzdem lohnt der Besuch der Altstadt mit vielen Gebäuden aus der Blütezeit zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert wie z.B. der freistehende Dom, eine der größten Kirchen des Piemont.
Der Turm Torre Comentina, ist mit 38,55m der höchste der Region und der Rote Turm von San Secondo ist eines der ältesten Denkmäler der Stadt.
Fast komplett umrundet wird die schöne, mittelalterliche Altstadt von einer dicken Stadtmauer, die an vielen Stellen in Hauswände integriert wurde.

Alba – Stadt der Trüffel
Ich schlendere gerne durch Alba wenn möglich am Vormittag wenn die Straßen noch ruhig sind, denn Alba ist das touristisches Zentrum der Region. Sie ist auch als die Stadt der hundert Türme bekannt, die oft versteckt zwischen den Häusern, das Stadtbild prägen.
Die Türme sagten im 14. und 15. Jahrhundert etwas über den Reichtum der jeweiligen Familien aus. Dementsprechend galt es, den Familienturm so hoch wie möglich zu bauen.
Der Glockenturm der Kathedrale stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist einer der höchsten im Piemont. Auf dem Domplatz und auch rundherum lässt sich, vor allem am Nachmittag, gut das geschäftige Treiben beobachten.
Teilweise unter schönen Arkaden verstecken sich kleine Boutiquen und Geschäfte, die den weltweit berühmten weissen Trüffel, aber auch alle anderen Spezialitäten des Piemont verkaufen.

Barolo – Ort des besten Rotweins Italiens
Auch nicht-Weintrinker wie ich kennen den wohl berühmtesten Rotwein Italiens, wenigstens vom Namen: Barolo.
Der dazugehörige Ort liegt malerisch, umgeben von Weinbergen in einem sonnenverwöhnten Tal. Im Zentrum: jede Menge Weinläden und ein mittelalterliches Schloss mit Heimatmuseum.
Mein Tipp: Am besten früh morgens oder aber spät am Nachmittag zur Besichtigung nach Barolo kommen wenn die Touristengruppen weg sind. Da der Ort selbst nicht besonders groß ist, reicht (ohne Weinverkostung) eine Stunde für eine Besichtigung.

Diano d’Alba
Knapp 500 Meter über den Hügeln und Weinbergen der Langhe thront das schöne Dorf Diano d’Alba.
Das kleine historische Zentrum besteht aus ein paar schmalen Gassen und der Chiesa Parrocchiale di San Giovanni Battista mit ihrer Aussichtsplattform, für mich einer der schönsten der Region.
Etwas oberhalb der Pfarrkirche bietet sich hier eine imposante 360 Grad Aussicht.
Mein Tipp: Mit dem Auto kannst Du bis vor die Kirche vorfahren und dort kostenfrei Parken oder aber auch etwas unterhalb kostenfrei parken. Für einen Rundgang durch Diano d’Alba brauchst Du nicht länger als eine Stunde.

Castello di Grinzane Cavour
Das majestätische Schloss von Grinzane Cavour steht unweit der Stadt Alba auf einem Hügel, von dem aus es die spektakuläre Landschaft der Langhe-Hügel überblicken kann: mein Lieblings-Weinschloss!
Sein heutiges Aussehen ist das Ergebnis von Restaurierungen, die 1961 anlässlich der ersten 100 Jahre des italienischen Staates begonnen wurden.
Innerhalb der mächtigen Schlossmauern befindet sich die 1967 gegründete Enoteca, die erste überhaupt im Piemont.
Highlight der kostenpflichtigen Schlossbesichtigung ist die Kassettendecke in der Sala delle Maschere (⇨ kostenfrei mit der Torino Piemonte Card). Diese besteht aus 157 Tafeln mit Darstellungen von heraldischen Wappen, Tieren, Allegorien und Porträts.
Heute finden hier zum Beispiel die prestigeträchtige Alba White Truffle World Auction, statt.
Mein Tipp: Rund um das Schloss wurde ein schöner, kostenfreier Besucherpfad „Vigna di Cavour“ angelegt, mit Infos über die Weinernte und Weinberge. Ohne Schlossbesichtigung ist eine Stunde vollkommen ausreichend für Deinen Besuch.

Die schönsten Festungen und Klöster des Piemont
Wer das Piemont bereist, wird schnell feststellen, wieviele herausragende Festungen und Klöster die Region zu bieten hat. Hier findest Du nur eine kleine, aber feine Auswahl:
Sacra di San Michele
Ein absolutes Must-See im Piemont: Am Eingang des Susatals, ungefähr 40km westlich von Turin, thront das Kloster Sacra di San Michele, hoch über dem Tal.
Sie ist das symbolische Denkmal der Region Piemont und eine der bedeutendsten religiösen Architekturen des gesamten Alpengebiets. Außerdem soll sie Umberto Eco zum Bestseller „Der Name der Rose“ inspiriert haben.
Die burgähnliche Abtei des Benediktinerordens, die auf 962 Meter über dem Meeresspiegel thront, wurde zwischen 983 und 987 gegründet und kann heute besichtigt werden. Highlights sind die Totentreppe sowie die Basilika und der Torre di Bell Alda.
Solltest Du unbedingt machen, die € 8.00 pro Person Eintritt (kostenfrei mit der Torino Piemonte Card) lohnen sich absolut!
Kostenfrei gibt es bereits vor dem Eingang herausragende Weitsicht ins Susatal und bei guter Wetterlage bis nach Turin.
Mein Tipp: Parkplatz ist die Piazzale Croce Nera für € 2.00 pro Stunde (max. € 6.00 für den gesamten Tag). Von dort sind es 10 Fußminuten über eine betonierte Straße zum Eingang. Ohne kostenpflichtige Besichtigung der Sacra, reicht eine Stunde für den Besuch dieser Piemont Sehenswürdigkeit.

Forte Fenestrelle
Mein persönliches Highlight der Festungen im Piemont ist die imposante Festung Fenestrelle.
Das riesige Fort befindet sich inmitten im Chisone-Tal bietet viele Superlative: Sie ist die größte alpine Festung Europas und nach der Chinesischen Mauer, auch das nächstgrößte Mauerwerk.
Bereits von weitem kannst Du die Festung sehen, wie sie sich die fast über 700 Höhenmeter über einen Felsen im engen Tal ausdehnt.
Verbunden sind die, eigentlich drei Festungen, untereinander durch eine 3km lange Außenmauer, in welcher sich Europas längste überdachte Treppe mit 4000 Stufen befindet.
Am Eingang zur untersten Festung, dem Fort San Carlo, gibt es einen kostenfreien Parkplatz. Ohne Eintritt und Führung kannst Du Dich nur im Burghof bewegen, viel weiter kommst Du aber leider dann nicht.
Mein Tipp: Mache die „Amici“-Führung für schlappe € 3.00 p.P. um einen Blick auf die überdachte Treppe werfen zu können. Ohne Führung reichen 30 Minuten.

Weitere sehenswerte Schlösser und Klöster des Piemonts
Das Piemont hat unglaublich viele, wunderschöne Schlösser und Klöster zu bieten. Hier nicht ausführlich beschrieben, aber trotzdem erwähnenswert, da absolut sehenswert, sind die folgenden Gebäude, Kirchen, Klöster und Schlösser:
- Sacro Monte di Oropa, eine Wallfahrtskirche von nördlich von Biella (UNESCO-Weltkulturerbe)
- Festung Exilles im hinteren Susatal
- Festung von Vinadio im Valle Stura
- Santuario Sant’Anna di Vinadio, das höchstgelegene Kloster Europas
- Abtei von Vezzolano
- Basilika von Vicoforte
Mein Tipp: Rund von Turin gibt es insgesamt 9 beeindruckende Savoyer Schlösser und Paläste, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Darunter z.B. das Schloss von Racconigi oder die Reggia di Venaria Reale, Italiens zweitgrößtes Schloss.

Die schönsten Seen des Piemont
Lago Maggiore
Der Lago Maggiore ist Italiens zweitgrößter See. Die über 200 km² großen Fläche des Oberitalienischen Sees verteilt sich auf die Regionen Piemont im Westen, Lombardei Osten sowie zu einem Fünftel auf das Schweizer Kanton Tessin im Norden.
Die prächtigen Villen und herrliche Parks entlang des Seeufers zeugen von der Beliebtheit des Lago Maggiore beim Geldadels ab dem 18. Jahrhundert.
Heute sind viele dieser historischen Gebäude herausragende Luxushotels wie z.B. das mondäne Hotel Milan Speranza Au Lac oder das majestätische Regina Palace.
Weit über die Landesgrenzen bekannt und beliebt ist das malerische Örtchen Stresa, nur einer von mehreren Kurorten am Lago Maggiore, und die vorlagerten Borromäische Inseln.
Das Postkartenmotiv, der italienische Barockgarten mit seinen botanischen Schätzen von der Isola Bella, ist weltberühmt.
Weiter nördlich entlang der westlichen Seeseite lohnt der Besuch der botanischen Gärten der Villa Taranto, mit Pflanzen aus aller Welt.
Kurz vor der Grenze zur Schweiz, lädt das ebenfalls sehr beliebte Städtchen Cannobio, mit seinen verwinkelten Gassen, dem grobem Kopfsteinpflaster und den mit Blumen verzierten Balkonen, zum Verweilen ein. Italien-Feeling pur!
Mein Tipp: Wer den Lago Maggiore besucht, sollte unbedingt mehrere Tage einplanen. Es lohnt ja nicht nur das Seeufer, sondern auch die hügelige Bergwelt dahinter.
Zum Beispiel das wunderschöne Bergdorf Premeno, auf 800 Höhenmeter, von dem aus Du ein märchenhaftes Panorama über den Lago Maggiore und die dahinterliegenden Alpen hast.
Wer kann, sollte außerhalb der Hochsaison im Sommer an den Lago Maggiore fahren, um dem Stress der vielen Autofahrer auf den schmalen Straßen zu entgehen!

Lago d’Orta
Der ruhige, westliche Nachbar des großen Lago Maggiore, ist der angeblich romantischste See Italiens.
Der Lago d’Orta hat nur eine Länge von 13,4km und ist östlich eingebettet in die Hügel, die ihn vom dominierenden Nachbarn trennen. Höchster Punkt ist hier mit 1491m.ü.M. der Monte Mottarone.
Die westliche Seeseite ist unwegsamer und bergiger. Hauptort am Ortasee ist das bezaubernde Orta San Giulio, eines der schönsten Dörfer des Piemonts.
Oberhalb des Ortes befindet sich die Wallfahrtskirche Sacro Monte d’Orta, UNESCO-Weltkulturerbe, mit ihren 20 Pilger-Kapellen, die das Leben des Heiligen Franziskus darstellen.
In der Mitte des 18,2 km² großen (oder kleinen) Ortasees, befindet sich die Insel San Giulio. Der Spazierweg um das süße Eiland, mit seiner prächtigen Basilika und einem Benediktinerkloster, hat nur 650m.
Eine schöne Art diese Piemont Sehenswürdigkeit zu erkunden, ist mit dem Fahrrad. Auf dem 35,5km langen Weg „Giro Lago“ kann der schöne See umrundet und erkendet werden.

FAQ’s zu den Piemont Sehenswürdigkeiten
Wie spricht man in Piemont?
Die Amtssprache im Piemont ist Italienisch. Die Regionalsprache nennt sich Piemontesisch. In den alpinen Regionen sprechen die Menschen auch Okzitanisch und oft auch gut Französisch.
Wo ist es im Piemont am schönsten?
Das Piemont hat viele schöne Ecken: im Nordwesten der Alpenbogen, in der Regionsmitte die weite Po-Ebene mit vielen großen Städte wie Turin und Novara und im Südosten das Hügelland mit seinen Weinbergen und pittoresken Weindörfern.
Welcher berühmte Wein kommt aus dem Piemont?
Die von der UNESCO-Weltkulturerbe anerkannten Regionen Langhe, Roero und Monteferrato im südöstlichen Piemont, produzieren hauptsächlich die weltberühmten Barolo und Barbaresco Weine.
Was isst man im Piemont?
Das Piemont ist berühmt und beliebt für Nahrungsmittel und Erzeugnisse wie Nüsse, Trüffel, Obst (z.B. Äpfel und Kiwi), Reis und Pollenta. Das Piemont gilt als Genussregion in Italien.
Fazit zu den Piemont Sehenswürdigkeiten
Die wunderschöne Region Piemont im Nordosten Italiens ist definitiv eine Reise wert.
Von sehenswerten und interessanten Städten und Dörfern, über wunderschöne Seen, traumhaften Wanderungen und historische bedeutende Kulturdenkmäler hat das Piemont alles zu bieten, was das Herz begehrt und noch mehr…
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