Biella Sehenswürdigkeiten, Highlights und Insidertipps
Alles Wissenswerte für Deinen Besuch
Die Kleinstadt Biella, im nordwestlichen Piemont wird oft übersehen. Und das obwohl sie mit ihrer historischen Oberstadt und der ebenso reizvollen Unterstadt, die beide sehenswerte Gebäude und Sträßchen zu bieten haben, definitiv einen Besuch verdient.
Ich war einen Tag im Juni in Biella und habe für Dich alle wichtigen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten der Kleinstadt zusammengetragen, damit Du genau weißt, was Du bei Deinem Besuch auf keinen Fall verpassen solltest.

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Biella Überblick
Biella ist mit ca. 44000 Einwohnern die Hauptstadt der Provinz Biella, im Norden der Region Piemont. Sie ist bekannt für ihre Textilindustrie und ist ein wichtiger Produzent von hochwertigen Stoffen wie Kaschmir und Wolle.
Die sehenswerte Kleinstadt besteht aus zwei Hauptteilen: der Oberstadt, die auf einem Hügel liegt und durch enge Gassen und Treppen erreichbar ist, und der Unterstadt, die sich entlang des Flusses Cervo erstreckt.
Biella ist auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region, mit guten Verbindungen nach Turin und Mailand und einem eigenen, kleinen Flughafen.
Als eine von 13 Städten in Italien ist Biella seit 2019 eine UNESCO Creative City of Popular Arts and Crafts und 2021 wurde die Biella zur Alpenstadt des Jahres 2021 gekürt.

Biella Sehenswürdigkeiten in der Oberstadt
Piazza Cisterna
Die Piazza Cisterna ist der wunderschöne Hauptplatz von Piazzo, der Oberstadt von Biella. Nur ein paar Schritte von seinem nördlichen Ausgang befindet sich der Zugang zur Standseilbahn, direkt neben der kleinen Kirche Chiesa di Santa Anna.
Der malerische Platz ist von verschiedenen schönen Palazzi und mittelalterlichen Häusern mit Arkaden umrahmt. Sehenswert sind der Palazzo Cisterna, dem Palazzo Comunale und ehemaligem Sitz der Gemeinde von Biella vom 13. bis 19. Jahrhundert.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht die kleine Kirche Parrocchia San Giacomo. Sie ist das älteste erhaltene Gebäude der Oberstadt und wurde 1227 von Bischof Ugo di Sessa geweiht.

Palazzo La Marmora
Dieser prächtige Palast im barocken Stil stammt aus dem 17. Jahrhundert und war und ist die Residenz der Markgrafen Mori Ubaldini degli Alberti La Marmora.
Die Familiengeschichte und verschiedene Bereich des Palazzi können mit und ohne Führung besichtigt werden.
Darunter z.B. der Garten, die Freskensäle aus dem 17. Jahrhundert, die Große Galerie und die Sala dei Galliari im ersten Stock sowie der rechteckige Turm (⇨ Öffnungszeiten und Führungen).

Palazzo Gromo Losa
Der einst herrschaftliche Wohnsitz aus dem 14. Jahrhundert, wurde das im Laufe der Jahrhunderte auf seine heutige Größe erweiterte.
Zusammen mit dem Palazzo Ferrero und dem Palazzo La Marmora, bildet das Gebäude das Kulturzentrum von Biella und beherbergt ein modernes Ausstellungszentrum, mit schön angelegtem Garten.

Palazzo Ferrero
Der schöne Palast wurde zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert von der Familie Ferrero erbaut.
1833 ging er an die Familie La Marmora über und wechselte anschließend mehrfach die Nutzung: Sitz des Finanzamtes, Textil- und Färbefabrik, Heilbad, Kaserne, Hydrotherapie-Einrichtung und Klimastation.
Heute finden im Palazzo Kunstausstellungen und Veranstaltungen statt. Im Innenhof befindet sich ein Café.
Der Legende nach entstand der achteckige Turm, da Sebastiano Ferrero, der viele Jahre Minister in Mailand war, zumindest aus der Ferne die Spitze des Mailänder Doms sehen wollte.


Funicolare del Piazzo / Standseilbahn von Piazzo
Mein persönliches Highlight war die Fahrt mit der alten Standseilbahn Piazzo von 1885. Die Bahn verbindet Ober- und Unterstadt und man kann bis spät in die Nacht kostenlos zwischen den Stadtteilen hin und her fahren. Alternativ gibt es viele, alte, schmale Gassen, die den Berg hochführen.
Alternativ: Wer nicht mit dem Funicolare del Piazzo fahren will oder eine Strecke zu Fuß gehen möchte, der sollte über die kopfsteingepflasterte Gasse Costa s. Sebastiano und die Porta della Torrazza spazieren.
Die Porta della Torrazza wurde 1780, anstelle eines alten mittelalterlichen Tors errichtet und erinnert an den Besuch des spanischen Königspaares im selben Jahr.
Biella Sehenswürdigkeiten in der Unterstadt
Duomo di Biella / Cattedrale di Santo Stefano
Hauptgebäude auf der Piazza Duomo, dem Zentrum der Unterstand, ist der beeindruckende Duomo di Biella. Die Kathedrale wurde im romanischen Stil erbaut und hat eine wirklich prächtige Fassade.
Der Bau des Duomo di Biella begann im Jahr 1402, um einem Gelübde nachzukommen, das die Bevölkerung nach der Pest von 1399 abgelegt hatte und dauerte fast 200 Jahre.
Das Innere der Kathedrale ist reich an Kunstwerken, einschließlich Fresken und Gemälden aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Besonders schön fand ich das Gewölbe, den Chor und die Orgel, aus dem Jahr 1824.


Baptisterium von San Giovanni
Direkt neben dem Dom steht, etwas verloren, das Baptisterium aus dem 11. Jahrhundert.
Es ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt und eines der bedeutendsten Bauwerke der Romanik im Piemont. Die ursprüngliche Taufkapelle hat einen runden Grundriss, mit schönem Kuppeldach.

Campanile von Santo Stefano
Wie viele der Glockentürme steht auch der Cattedrale di Santo Stefano nicht direkt am Dom, sondern ein paar Schritte entfernt.
Er ist auch viel älter als der jetzige Dom, wahrscheinlich von Ende des 11. Jahrhunderts. Eigentlich gehört er nämlich zur Vorgängerkirche, die ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert stammte.

Piazza Martiri della Libertà
Der zweite, große Platz von Biella ist die Piazza Martiri della Libertà, der Marktplatz der Stadt. Dieser wurde auf das Gelände des Stadions verlegt, um teils bezahlte und teilweise kostenlosen Parkplätzen zu schaffen.
Jeden Dienstag und Freitag ist auf dem südlichen Teil des Platzes ein schöner Markt mit vielen lokalen Produkten. Auch finden viele, städtische Veranstaltung hier statt.
Sehenswert sind das Sella-Denkmal sowie das wunderschöne Gebäude des Teatro sociale Villani aus dem Jahr 1863.

Altstadtstrassen der Unterstadt
Auf der Rückseite vom Dom und Baptisterium verläuft die Via Italia, die Haupteinkaufsstraße von Biella.
Ein Bummel über die autofreie Straße und die umliegenden kleinen Gassen lohnt sich. Es verstecken sich hier viele, unerwartet große Hinterhöfe, kleine Palazzi und Kirchen sowie wunderschöne Hausfassaden.
Biella Ausflugs-Tipp

Sacro Monte di Oropa
Der Heilige Berg von Oropa liegt 12km nördlich von Biella, auf 1200m.ü.M. am Fuß der Alpen und ist, zusammen mit 8 weiteren Sacri Monti im Piemont und der Lombardei, anerkanntes UNESCO-Welterbe. Ziel der Pilgerfahrten in den sehenswerten Wallfahrtsort ist die schwarze Marienstatue.
Anreise und Parken
Die sehenswerte Kleinstadt Biella liegt 26km nordöstlich der Industriestadt Ivrea, ca. 80km nördlich von Turin und wäre somit ein schöner Tagesausflug von der Hauptstadt Piemonts. Mit dem Auto brauchst Du ungefähr 1:15std. Nach Mailand sind es 100km und ca. 1,5std Autofahrt.
Für meinen Besuch habe ich im zweigeschossigen Parcheggio della Funicolare geparkt. Das Parkhaus ist kostenfrei, zentral, mitten in der Unterstadt von Biella und direkt neben der Standseilbahn zur Oberstadt.
⇨ Falls Du noch ein Hotel in der Umgebung von Biella suchst, kann ich das B&b Il Cortile empfehlen. Etwas außerhalb der Stadt bietet dieses schöne Anwesen Ruhe und gute Anbindungen per Auto für Roadtrips in die malerische Umgebung.

